Wer eine Reise zum Grand Canyon macht, kommt um den Hoover Dam fast nicht herum. Helikopterflüge, Bustouren oder die Fahrt mit dem eigenen Mietwagen führen Sie an den zweithöchsten Staudamm der USA. Pro Jahr empfängt der Hoover Dam fast 1 Million Besucher. Genug Gründe für eine Übersicht der verschiedenen Hoover Dam Touren!

Hoover Dam Touren

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um den Hoover-Staudamm zu besichtigen: aus der Luft, mit einer organisierten Bustour oder auf eigene Faust.

1. Aus der Luft

Haben Sie einen Helikopterflug von Las Vegas zum Grand Canyon gebucht oder planen Sie, dies zu tun? Gute Nachrichten: Praktisch jeder Helikopterflug zum Grand Canyon führt über den Hoover-Staudamm!

Es gibt auch einen Hubschrauberflug von Las Vegas zum Hoover Dam und wieder zurück (die Lake View Heli Tour). Der Preis dafür ist sehr attraktiv: zum Zeitpunkt des Schreibens 39 US$ pro Person! Beachten Sie jedoch: Der Hoover Dam ist nicht weit von Las Vegas entfernt (vor allem mit einem Helikopter), der Flug dauert lediglich ein paar Minuten.

2. Organisierte Tour ab Las Vegas

Aus der Luft ist nicht so Ihr Ding? Es fährt natürlich auch ein Bus von Las Vegas zum Hoover Dam. Bei der Hoover Dam Bustour werden Sie von Ihrem Hotel in Las Vegas abgeholt und fahren in 45 Minuten zum Hoover-Staudamm. Dort hat man anderthalb Stunden Aufenthalt inklusive Zugang zu Besucherzentrum, Museum und Filmvorführung “Bau des Hoover-Staudamms”.

3. Auf eigene Faust

Natürlich kann man den Hoover-Staudamm auch auf eigene Faust besuchen, zum Beispiel mit dem Mietwagen auf dem Weg zum Grand Canyon. Der Staudamm ist gut erreichbar und es gibt genügend Parkmöglichkeiten. Der Hoover Dam bietet eine Führung durch das Kraftwerk an, die sogenannte “Hoover Dam Powerplant“-Tour, die man online buchen kann. Das erspart lange Wartezeiten an der Kasse! Einige Details dieser Tour:

  • Sie können die Tour bis zu 90 Tage vor Ihrem geplanten Besuch buchen.
  • Die Tour kostet 15 US$ für Erwachsene und 12 US$ für Kinder (4-16 Jahre) und Senioren (62+).
  • Was bekommt man dafür? Ziemlich viel! Zugang zum Besucherzentrum mit einer Ausstellung über den Hoover-Staudamm, einen 10-minütigen Film über den Hoover Dam, eine Führung durch die Konstruktion des Dammes (erreichbar über einen Aufzug, der 160 Meter in die Tiefe führt) sowie Zugang zum “Observation Deck” (Aussichtsplattform) mit wunderschönem Blick auf den Staudamm und Lake Mead.
  • Nützliche Links: Alle Details der Kraftwerk-Tour finden Sie hier. Die Tickets für diese Tour können Sie hier buchen.
  • Der Hoover-Staudamm wird betrieben vom Bureau of Reclamation, das Teil des Innenministeriums ist.

Film über den Hoover Dam

Hoover Dam Geschichte

Grund für den Bau des Hoover-Staudamms
Über Millionen von Jahren floss der Colorado River kontinuierlich aus den Rocky Mountains in den Golf von Kalifornien. Mit seiner zerstörerischen Kraft schuf der Colorado im Laufe der Zeit eine besonders beeindruckende Landschaft mit riesigen, charakteristischen Schluchten wie dem Grand Canyon und dem Black Canyon. Das aus den Rocky Mountains abfließende Schmelzwasser sorgte für einen enormen Anstieg des Wasserpegels des Colorados, mit Überschwemmungen zur Folge. Jedes Frühjahr erneut.

Als Siedler sich in den tiefergelegenen Gebieten niederließen, sorgten die Kräfte der Natur für viel Ärger und Schaden. Vor allem die hier errichteten Bauernhöfe litten sehr darunter. Der reißende Fluss musste gezähmt werden.

Deshalb machte Herbert Hoover 1921 den Vorschlag für den Bau eines Staudamms, der den Namen des gleichnamigen Teils des Canyons erhalten sollte: Boulder Dam. Durch das persönliche Engagement des damaligen Wirtschaftsministers bekam der Staudamm den Namen Hoover Dam. Der endgültige Standort befindet sich auf der Höhe des Black Canyons. Außer um die regelmäßigen Überschwemmungen im Zaum zu halten, sollte der Staudamm als Wasserspeicher für die Bewässerung und zur weiteren Nutzung dienen. Ein autarker Damm, der mit durch Wasserkraft erzeugtem Strom Einkünfte realisieren sollte.

Bau Hoover Dam
Im Jahr 1931 – Hoover hatte sich inzwischen zum 31. Präsidenten der Vereinigten Staaten hochgearbeitet – begann der Bau des riesigen Staudamms. Tausende von männlichen Arbeitern (± 21.000) kamen mit ihren Familien an den Black Canyon, um den Colorado zu zähmen. Die Arbeitsbedingungen waren während der Weltwirtschaftskrise besonders miserabel. Die unerträgliche Hitze und mangelnde Hygiene führten zum Tod von insgesamt 96 Arbeitern. Es kam zu massiven Protesten, sodass die Ortschaft Boulder City letztendlich schneller als geplant gebaut wurde.

Vollendung Hoover Dam
Zwei Jahre früher als erwartet wurde der Bau des Hoover-Staudamms im Jahr 1936 abgeschlossen. Die Besonderheit des Projekts war, dass der Beton in vertikale Säulen gegossen wurde. Dies geschah zur Trocknung des Materials. Der Hoover Dam besteht aus 215 dieser Blöcke, die mit einer speziellen Technik zu einem monolithischen Ganzen geformt wurden. Alles in allem verwendete man etwa 3,25 Millionen Kubik-Yards (= ca. 2,5 Millionen Liter) Beton. Damit kann man eine zweispurige Straße von Seattle, Washington nach Miami, Florida bauen. Oder einen mehr als einen Meter breiten Gehweg rund um die Welt! Darüber hinaus verwendete man für den Bau etwa 5 Millionen Fässer Zement und 8,5 Millionen an Dynamit, um das Fundament in den Wänden des Canyons zu verankern.

Für Las Vegas kam das Hoover Dam-Projekt übrigens wie gerufen. Es gab der Wirtschaft einen Schub, den sie in jener Zeit auch bitter nötig hatte. In ihrer Freizeit suchten die Arbeiter Unterhaltung, und es zog sie in die nahegelegene Spielstadt, um ihr hart verdientes Geld dort auszugeben. Außerdem lockte der Damm viele Touristen, wodurch auch der Tourismus in Las Vegas aufblühte.

Ein tiefgreifendes und intensives, aber auch erfolgreiches Projekt. Seit der Fertigstellung brachte der Hoover-Staudamm viele Vorteile. Mit 3 Millionen PS erzeugt der Staudamm heutzutage jährlich 4 Milliarden kWh Strom. Genug, um 1,3 Milliarden Menschen in den Staaten Nevada (25%), Arizona (19%) und Kalifornien (56%) mit Energie zu versorgen. Darüber hinaus stellt der Hoover Dam in diesen Staaten die Wasserversorgung für unglaubliche 22 Millionen Menschen.

Lake Mead
Ein Nebenprodukt des Hoover-Staudamms ist der Lake Mead: ein 640 km2 großer Stausee, der sich bis 177 Kilometer hinter dem Damm erstreckt. Eine maximale Tiefe von 149 Meter sorgt für ein Stauvolumen von bis zu 35,2 km³. Mit einer Uferlinie von insgesamt 885 km ist Lake Mead der größte künstlich geschaffene (Stau-) See der Vereinigten Staaten (und der 16. weltweit). Der See wurde benannt nach Elwood Mead, Leiter des U.S. Bureau of Reclamation, der mit der Überwachung des Projekts beauftragt war, als der Hoover Dam gebaut wurde.

Der See befindet sich an einer Stelle, an der drei Wüstensysteme aufeinandertreffen: die Mojave, das Great Basin und die Sonora-Wüste. Die Umgebung besteht daher aus einer sehr vielfältigen Flora und Fauna, wovon es manche Arten nur dort gibt. Auch sind in diesem Gebiet beeindruckende, 6 Millionen Jahre alte Lava-Hügel zu finden. Durch den nach dem Bau des Staudamms entstandenen See mussten mehrere umliegende Ortschaften evakuiert werden. Je nach Wasserstand kann man die Ruinen dieser Orte heute noch sehen.

Merkmale

  • Höhe: 726,4 Fuß (221,4 Meter).
  • Dicke der Staumauer: Der obere Rand des Dammes ist ca. 15 Meter breit, die Sohle hat allerdings eine Breite von etwa 200 Metern.
  • Gewicht: 6,6 Millionen Tonnen.
  • Max. Wasserdruck: 45.000 Pfund pro Quadratfuß (ca. 20,5 Tausend Kilo pro 0,09 m2).
  • Baukosten: 49 Millionen US$ (entspricht heute 676 Millionen US$).
  • Verkehr: Pro Tag passieren den Damm etwa 13-16.000 Menschen.
  • Standort: An der Grenze zwischen Arizona und Nevada, in der Nähe von Boulder City, 48 km südöstlich von Las Vegas.
  • Zeitzone: Der Hoover-Staudamm befindet sich genau auf der Grenze zwischen Arizona und Nevada. In der Mitte des Dammes steht man also in zwei Staaten gleichzeitig. Damit befindet man sich auch im selben Moment in zwei Zeitzonen: in der Pacific Standard Time (PST) von Nevada und in Arizonas Mountain Standard Time (MST). Eine Stunde Zeitunterschied. Wie bemerkenswert ist das denn?